Bund versus Vertrag

Die „Ehe in Christus“ ist kein Vertrag, sondern ein Bund. Ein Bund ist eine Angelegenheit von Leben und Tod, das Versprechen bedingungsloser Loyalität. Genau dies drücken Brautleute bei der Trauung aus, wenn sie einander die Treue in guten wie in schlechten Zeiten versprechen, bis der Tod sie scheidet. Ihr Versprechen zu halten, ist Bündnispartnern uneingeschränkt wichtig – das schließt eheliche Leidenschaft nicht aus. Eine vertragliche Vereinbarung hat das Ziel, so viel Unsicherheit wie irgend möglich auszuräumen und genau festzulegen, welche Veränderungen vertraglich abgedeckt sind und welche nicht.

Im Gegensatz dazu zielt ein (Ehe-)Versprechen auf eine unbekannte gemeinsame Zukunft ab. In einem Versprechen wird nicht jedes Detail separat verhandelt und festgelegt. Das Versprechen entspricht einer „Blanko-Zusage …bis der Tod uns scheidet.“ Ein bedingungsloses Zueinanderstehen im Rahmen eines Versprechens gibt Freiheit zur persönlichen Entfaltung. Bündnispartner müssen nicht ständig die Leistung erbringen, z.B. die Erwartungen des Partners nach romantischen Gefühlen zu erfüllen, weil sonst die Existenzberechtigung der Paarbeziehung infrage steht.

Menschliche Fehlbarkeit und Gottes Bundestreue

Die Ehe ist ein Glaubensbekenntnis und gleichzeitig ein Bekenntnis menschlicher Schwäche und Bedürftigkeit. Das Versprechen bedingungsloser Hingabe an den Partner könnte für eine Anmaßung gehalten werden, wenn wir in Betracht ziehen, dass Menschen fehlbar sind. Wie können wir garantieren, dass dieses Versprechen eingelöst wird? Wir müssen uns bewusst sein, dass wir selbst nicht in der Lage sind, unser ernst gemeintes Versprechen zu halten. Deswegen erbitten die Partner bei der Trauung den Segen Gottes und die Fürbitte der Gemeinde. Sie wollen Menschen werden, die ihrem Bund treu bleiben. Die Befähigung dazu liegt in einem umfassenderen Bund, in den sie ihren Ehebund einbinden. Es ist der Bund unverbrüchlicher Treue, den Christus mit der Gemeinde eingegangen ist und der gespeist wird von der Liebe, mit der Christus die Gemeinde liebt. Hier werden die Partner geprägt von der Erfahrung einer Gemeinschaft, die nicht davon bedroht ist, aufgekündigt zu werden, wenn sie nicht das leisten, was von ihnen erwartet wird. Diese Erfahrung kann alle menschliche Schwäche durchdringen und darin unterstützen, treu zu sein.

Gottes Treue zeichnet sich dadurch aus, dass ER auch treu bleibt, wenn wir untreu werden; weil er sich selbst immer treu bleibt (siehe 2. Timotheus 2,13).

Wenn sich ein Ehepaar dieser Tatsache bewusst ist, werden sie kaum ihren guten Willen für entscheidend halten, wenn es darum geht die Treue zueinander auszuleben. Die Ehe braucht selbst Heilung, die sie im Zusammenhang der Gemeinschaft erfährt, die Christus gestiftet hat. Gottes Treue gleicht sogar den Mangel an Treue auf menschlicher Seite aus.

Mehr über Mentoring für Ehe und Familie finden Sie auf der Homepage der Initiative: http://www.ehe-und-familien-mentoring.de/

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Autor/in: RedaktionKategorien: EheKommentare: 0

Veröffentlicht am

18. Juni 2019

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