Wenn sich das Gegenüber unverstanden fühlt

Etwas, was vielleicht schon jeder von uns erlebt hat, sind Reaktionen, wenn man von einem anderen in einem Gespräch verletzt wurde. Man hat sich einer anderen Person gegenüber geöffnet und seine Reaktion macht traurig oder ärgerlich. Floskeln verletzen und führen dazu, dass sich das Gegenüber nicht ernst genommen fühlt. Nicht immer steckt dahinter Oberflächlichkeit oder Fehlverhalten. Im Bemühen etwas Helfendes zu sagen, erfolgt oftmals eine zu schnelle Reaktion, ohne erkannt zu haben, was der andere wirklich benötigt. Manchmal ist es auch die Unfähigkeit, auf gute Weise zu sagen, dass ich im Moment gerade keine Zeit habe. Man bleibt im Zuhören oder Antworten, aber das Gegenüber spürt den Zwiespalt. Unter Umständen interpretiert Ihr Gegenüber dies für sich so, dass er annimmt, er sei Ihnen lästig.

Ein weiteres Problem ist, wenn man schnell aus seinem vermeintlichen „Erfahrungsschatz“ reagiert oder versteckte Mitteillungen macht, weil man dem anderen etwas „durch die Blume sagen“ (oder ihn belehren) will. Es wurde in verschiedenen Lernstoffen thematisiert, dass es wichtig ist, erst einmal gründlich zuzuhören, um sicherzustellen, dass man schon alles verstanden hat. Dafür benötigt man aber Zeit, die man in diesem Moment vielleicht gar nicht hat. Das Gegenüber wollte vielleicht auch gar keine Antwort. Vielleicht wollte er sich nur kurz mitteilen und wird nun belehrt. Zurück bleibt das Gefühl, nicht verstanden worden zu sein oder auch Ärger, weil man die Antwort als bevormundend empfand.

Einige Beispiele:

  • „Das kenne ich. Das ist/war bei mir auch so.“
  • „Es gibt noch Schlimmeres …“
  • „Bei einem Problem gibt es immer viele Lösungen.“
  • „Du bist noch zu jung …“
  • „Jeder, der etwas davon versteht, weiß …“
  • „… bei mir läuft gerade auch so viel.“
  • „… mir geht es gerade auch schlecht.“
  • „Was hast Du schon gelernt? Was sagt Dir Gott, was Du tun sollst?“
  • „Person X hat auch lange warten müssen, dann hat er Sünde erkannt, das hat dann geholfen…“
  • „Ich glaube das ist Stolz bei Dir …“
  • „Es gibt immer einen Weg.“
  • „Du hast keine Kinder? Auch da kann man ein wertvolles Leben führen, mit einer Aufgabe im Leben.“
  • „Du bist nicht verheiratet? Klappt´s nicht mit dem Wunschprinzen?“
  • „Das ist eine blöde Frage …“

Einige der Sätze sind eindeutige Gesprächskiller. Anderes hängt davon ab, ob Sie dabei authentisch sind oder der Satz im Kontext eines feinfühligen Gespräches erfolgt.

Gesprächskiller können verschiedene Ursachen haben. Sie entstehen entweder, weil man im Gespräch den anderen nicht richtig verstanden hat oder zu schnell aus eigener Perspektive reagiert. Hier werben wir dafür, in den Lernstoffen von Grundlagen I das Thema Kommunikation zu vertiefen, um Missverständnissen vorzubeugen. Viel zu schnell wird die Aussage des Gegenübers interpretiert und nicht noch einmal erfragt. Auch ist es manchmal Ausdruck von Unsicherheit, wie man auf das Gehörte reagieren könnte.

Eine weitere Form der Gesprächskiller sind Situationen, in denen der Inhalt der eigenen Antwort nicht wertschätzend vermittelt wird. Eventuell fühlte man sich angegriffen und reagiert dadurch etwas emotionaler. Vielleicht vertritt man tatsächlich seine eigenen Überzeugungen respektlos, belehrend oder bestimmend. Respektlos gegenüber einer anderen Meinung, aber auch gegenüber der anderen Person. Manchmal ist es auch Ausdruck einer Abwehr, weil man sich auf ein bestimmtes Thema nicht näher einlassen möchte.

Erinnern Sie sich kurz an Gesprächssituationen, die Sie erlebt haben.

  • Wie haben Sie Gespräche empfunden, als Sie jemandem etwas Persönliches anvertraut haben?
  • Reflektieren Sie Ihre Reaktionen gegenüber anderen Menschen. Was waren Ihre Reaktionen, wenn Ihnen eine Person etwas Persönliches erzählt hat?

Wenn Sie diese und weitere Fragen interessieren, dann lesen Sie weiter in unserem Themenmodul 5 „Gespräche führen – wie mit anderen reden“. Das Themenmodul ist in der Reihe der KompetenzLernstoffe für das Mentoring für Ehe und Familie erschienen.

Mehr über Mentoring für Ehe und Familie finden Sie auf der Homepage der Initiative: http://www.ehe-und-familien-mentoring.de/

Informationen

Autor/in: RedaktionKategorien: Beziehung, Ehe, FamilieKommentare: 0

Veröffentlicht am

9. November 2019

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