Im Frühjahr 2010 haben sich drei Männer (1 entschieden, mich, den Stifter und 1. Vorsitzenden des Vor-stands der neugegründeten Stiftung zu begleiteten. Ich hatte viele Ideen. Getrieben von den Erfah-rungen aus eigener Ehe und Familie und aus der Begleitung von meist Männern, die in einer echten Ehe-Krise steckten. Ja, die Idee war, etwas für Ehe und Familie zu tun, genauer für eine Verbesserung der Beziehung zwischen Mann und Frau, für mehr Kompetenz in Beziehung zu werben. Nur wusste ich noch nicht, was das genau hätte sein können.
Diese drei Männer und ich gründeten auf Zeit einen kleinen Arbeitskreis, um der Stiftung eine Starthilfe zu bieten. Sie haben Zeit in die EFA-Arbeit gesteckt und sie haben mit ihrem Erfahrungsschatz dazu beigetragen, dass die Website der Stiftung eine Mission, eine Vision und Ziele bekommt. Nun stand natürlich auch die Frage im Raum, was die Stiftung wirklich tun sollte, für was sie sich einsetzen sollte? 
Einiges, was eine Stiftung tun könnte habe ich bei der Gründung der Stiftung global in die Stiftungsat-zung eingearbeitet. Als es nun konkret wurde, fehlte es zwar nicht an Ideen, vielleicht fehlte es aber an der Erfahrung und Kompetenz die entscheidende Frage zu beantworten, welche Idee könnte der Zielgruppe am meisten dienen? Und, was noch viel entscheidender war, was gibt es bereits auf dem christlichen Markt? Die Stiftung wollte auf keinen Fall etwas leisten, was andere schon anbieten und es viel besser können.
Um mehr Klarheit für die Stiftungsarbeit zu bekommen hatten wir, die kleine Arbeitsgruppe, die Idee ein Colloquium zu veranstalten und Teilnehmer einzuladen, die zu Ehe- und Familie schon viel mehr wissen, mit dem Ziel der Ausrichtung der Stiftung auf ihre zukünftigen Aufgaben.
Spontan haben wir zum ersten Colloquium im Juli 2010 auf den Schönblick eingeladen. Es haben sich 35 Personen (Verantwortliche christlicher Werke, Bildungsstätten, Gemeinschaften, Seelsorgepraxen und Buchautoren) aus verschieden Denominationen einladen lassen.
Die Stiftung hatte eingeladen, um über mögliche Aufgaben der Stiftung gemeinsam nachzudenken.

In den Atelier-Gesprächen wurden sieben Fragen gestellt:
A. Was muss eine Ehe-Arbeit heute leisten?
B. Wie kommt Ehe-Arbeit an die Gemeindebasis heran?
C. Wo sind wir herausgefordert umzudenken?
D. Mit welchen Hindernissen muss gerechnet werden?
E. Wie können wir diesen begegnen?
F. Wie können wir uns unterstützen, beraten und einander dienen?
G. Was kann die EFA-Stiftung an Aufgaben übernehmen?

Mit vier Gruppen je acht Teilnehmer versuchte jede Gruppe auf diese sieben Fragen Antworten zu finden.

Kurzergebnis
Der größte Veränderungs- und Erneuerungsbedarf liegt bei der christlichen Gemeinde. Damit einher geht die Beobachtung, dass über die Hauptamtlichen Pastoren und Pfarrer eher selten das Thema Ehe und Familie kontinuierlich gefördert wird.
Den Teilnehmern geht es um die christliche Gemeinde und ihren Menschen vor Ort. Dabei ist die Frage zu stellen, wie sich die Gemeinde und Gemeindeleitung mit der Ehe- und Familienarbeit identifiziert und vom großen Angebot der Bündnispartner Gebrauch macht. Der Flaschenhals der Gemeinde-leitung muss überwunden werden, die Frage ist nur wie? Es wurde ein Beziehungsnetzwerk in Ge-meinden angeregt. Es geht darum, Menschen zu finden denen Ehe und Familie ins Herz geschrieben ist, die sich als Mentoren eignen, sich ausbilden lassen und in erster Linie der Gemeinde dienen. Diese Mentoren sollen nicht als Seelsorger oder Lebensberater dienen, sie sollen hauptsächlich Beziehun-gen aufbauen und pflegen und Ratsuchende an Seelsorger vermitteln.
Gewünscht wird außerdem finanzielle Unterstützung von finanzschwachen Familien durch die Stiftung. Auch Colloquien und Tagungen sollen durch die EFA-Stiftung initiiert und finanziell getragen werden.
Die Teilnehmer des Colloquiums wünschen einen intensiveren Austausch und ein sich besser Kennen-lernen. Gerade von der Andersartigkeit und der unterschiedlichen Sichtweise des anderen Partners kann man nur lernen und im gegenseitigen Verständnis sollen Barrieren abbaut und Beziehungen auf-baut werden.
Gemeinsam auftreten schafft Stärke und gibt mehr Sicherheit, das ist ein mehrfacher Wunsch der Bündnispartner. Die Plattform für diese Arbeit kann die EFA-Stiftung sein, z.B. mit einem Angebot wei-terer Colloquien im zweijährigen Rhythmus.
Offenheit und Klarheit für ein christliches Netzwerk, das die ganzheitliche Ehe-Arbeit trägt und fördert. Die Arbeit des anderen Bündnispartners mehr schätzen lernen, ist das Ziel und der Wunsch der gemeinsamen Arbeit.

Start eines EFA-Projektes „Ehe- und Familien-Mentoring“ Mitte 2011
Der Gedanke war, geistliche Mütter und Väter im Glauben zu Mentoren auszubilden, die schwer-punktmäßig in ihren Gemeinden sich in Begleitung von Paaren investieren und in ihren Gemeinden Botschafter für Ehe und Familie sind.

Aus diesem Gedanken hat die Stiftung 2011 ein Projekt für „Mentoring für Ehe und Familie“ initiiert und finanziert und damit dem Ergebnis aus dem Atelier-Gesprächen Rechnung getragen.
Da das Gesamtergebnis aus dem Colloquium 2010 auch heute noch Relevanz hat, stellen wir diese Auswertung Interessierten weiterhin zur Verfügung: Colloquium 2010 - Atelier-Auswertung.

Gez. Friedrich Ast
Erster Vorsitzender des Vorstands

Note 1) Es waren Horst Scheurenbrand, Heinrich Kaufmann und Claus-Dieter Löffler – ein herzliches Dankeschön für eure Unterstützung.