In Problemsituation kann es schnell passieren, dass unsere Ausrichtung, unser Fokus auf dem Problem liegt. Ihr Gegenüber äußert vielleicht: „Wenn wir mehr Geld hätten.“ „Wenn mein Partner dies nicht getan hätte oder tun würde…“ „Wenn ich einen Job hätte….“ Dann wäre alles anders. Oder er gibt sich selbst die Schuld: „Ich kann das einfach nicht“, usw. Eine bestimmte Tatsache oder eine bestimmte Person wird für das Problem und die damit verbundene Gefühlslage verantwortlich gemacht. Dies hilft in diesem Augenblick jedoch nicht weiter.
Folgende fünf Gesprächstechniken eine Hilfe sein:

„Noch nicht“

Gerade am Anfang kann die Formulierung „noch nicht“ als Ermutigung eingesetzt werden. „Du hast die Lösung noch nicht gefunden.“ „Er hat sich noch nicht verändert.“ „Ihr habt noch nicht den für euch richtigen Weg gefunden, um ….“ „Deine Strategie ist noch nicht aufgegangen“. Mit „noch nicht“ bringen Sie zum Ausdruck, dass es noch passieren kann, Sie die Hoffnung haben, dass es geschafft wird. Ziele noch erreicht werden, Veränderungen noch möglich sind, Gewohnheiten noch änderbar und Lösungen noch gefunden werden usw.

„Sondern“

Wenn lange Beschreibungen erfolgen, wie es nicht sein soll, kann ich diese durch den Einwurf „sondern“ unterbrechen. „Ich will nicht ….“ „Im Augenblick ist es gerade nicht so schlimm …“ „Ich kann es nicht mehr ertragen ….“
Das Wort „sondern“ unterbricht erst einmal den Redeschwall des Gegenübers und ermöglicht Ihnen die Frage zu stellen: „Sondern, was willst Du?“ „Sondern. Was ist gerade anders?“ „Sondern, wie sollte es denn sein?“ Das Gespräch führt weg vom Problem und wird zu einer möglichen Lösung gelenkt.

„W“ – Fragen stellen, die auf Veränderung ausgerichtet sind

Mit diesen Fragen werden die Gehirnzellen aktiviert. Die Gefühle treten in den Hintergrund. Wichtig ist jedoch darauf zu achten, nicht nach dem augenblicklichen Gefühlszustand zu fragen: z.B. „Wie fühlst du dich?“. Denn damit lenke ich den Blick zurück auf das Problem. Im Text oben wurden bereits Beispiele angeführt, hier einige weitere:

  • Wie hast du es gemacht, dass …?
  • Was wünschst du dir stattdessen?
  • Wann möchtest du es in Angriff nehmen?
  • Was würdest du gerne dafür tun?
  • Wie würdest du dich dann fühlen?

Vorwürfe in Wünsche umdeuten

Wenn eine Person Ihnen gegenüber Vorwürfe z.B. dem Partner betreffend zum Ausdruck bringt, können Sie diese auffordern: „Was wünscht du dir stattdessen von ihm?“ Manchmal ist es für uns einfacher zu sagen, was uns nicht gefällt, als das was wir eigentlich wollen. Mit dieser Frage regen Sie Ihr Gegenüber dazu an, darüber nachzudenken, was er eigentlich will. Nur wenn ihm dies selbst klar ist, kann er es an seinem Partner kommunizieren und nur dann hat dieser die Möglichkeit, sein Verhalten zu ändern. Wird hingegen ein Vorwurf kommuniziert, fühlen sich die meisten von uns angegriffen und gehen in Verteidigung.

„Angenommen …“

Eine weitere Möglichkeit, den Blick für etwas Neues zu öffnen, besteht darin, eine Fiktion zu schaffen. „Angenommen es wäre so und so, was wäre dann?“ „Angenommen du würdest so und so handeln, was würde sich verändern?“
Dies eignet sich besonders gut, wenn Sie einen Vorschlag machen möchten. Durch das Wort „angenommen“ bringen Sie zum Ausdruck, dass es nur eine mögliche Idee ist und geben Ihrem Gegenüber die Chance, über Alternativen ins Nachdenken zu kommen.

Schlusswort

Vielleicht haben Sie jetzt Lust bekommen, das eine oder andere auszuprobieren und einzuüben. Viel Spaß und Experimentierfreude wünsche ich Ihnen dabei. Bedenken Sie dabei den Ausspruch: „Übung macht den Meister“.

Beachten Sie aber, dass kein Gespräch wie das andere und keine Situation wie die andere ist. Daher gilt es, unsere Gesprächsführung und die einzelnen Situationen immer wieder zu hinterfragen. Es ist gut sich in diesem Spannungsfeld zu bewegen. Denn es befähigt uns, uns auf einzelne Menschen einzulassen.

Wenn Sie diese und weitere Themen interessieren, dann lesen Sie weiter in unserem Themenmodul 5 „Gespräche führen – wie mit anderen reden“. Das Themenmodul ist in der Reihe der KompetenzLernstoffe für das Mentoring für Ehe und Familie erschienen.

Mehr über Mentoring für Ehe und Familie finden Sie auf der Homepage der Initiative: http://www.ehe-und-familien-mentoring.de/

Informationen

Autor/in: RedaktionKategorien: Beziehung, EheKommentare: 0

Veröffentlicht am

26. Juli 2019

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